Bausparvertrag: Was ist das und was gilt es zu beachten?

Kurz zusammengefasst:

  • Ein Bausparvertrag kombiniert langfristiges Sparen mit einem zinsgünstigen Darlehen für den Immobilienkauf oder -bau.
  • Er bietet Planungssicherheit durch feste Zinsen und klare Bedingungen.
  • Staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage können den Vertrag zusätzlich attraktiv machen.

Ein Bausparvertrag gilt für viele als erster Schritt auf dem Weg ins Eigenheim – doch was genau steckt dahinter? In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Bausparvertrag beinhaltet und wann sich ein Abschluss lohnt, wie die einzelnen Phasen ablaufen und welche Vorteile und Förderungen der Vertrag für Bausparer bietet.

Definition: Bausparvertrag einfach erklärt

Ein Bausparvertrag ist ein langfristiger Sparvertrag zwischen Ihnen und einer Bausparkasse. Ziel ist es, Eigenkapital für den Bau, Kauf oder die Modernisierung einer Immobilie aufzubauen und sich gleichzeitig ein zinsgünstiges Bauspardarlehen zu sichern.

Die vertraglich vereinbarte Bausparsumme für Ihr Vorhaben setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • 1. Ihrem angesparten Guthaben, also dem Geld, das Sie selbst regelmäßig einzahlen, und
  • 2. dem Bauspardarlehen, das Sie nach der Sparzeit von der Bausparkasse erhalten können.

Drei Phasen des Bausparvertrags im Überblick

Ein Bausparvertrag läuft immer in drei aufeinanderfolgenden Phasen ab:

Ansparphase

In der Ansparphase zahlen Sie regelmäßig einen Regelsparbeitrag ein, bis das vereinbarte Mindestsparguthaben – oft 30–50 % der Bausparsumme – erreicht ist. Auf Ihr Guthaben erhalten Sie Guthabenzinsen, die jedoch i. d. R. niedrig ausfallen. Diese Phase dauert meist mehrere Jahre und bildet die Grundlage für die spätere Zuteilung.

Zuteilung

Wenn Ihr Bausparvertrag zuteilungsreif ist, können Sie über Ihr gesamtes Bausparguthaben und über das Bauspardarlehen verfügen. Zuteilungsreif bedeutet, dass Sie das Mindestsparguthaben erreicht haben und Ihr Vertrag eine bestimmte Bewertungszahl erreicht hat. Diese Bewertungszahl ist eine Art Punktesystem, das zeigt, wie weit Ihr Vertrag fortgeschritten ist. Sie hängt davon ab, wie viel Geld Sie eingezahlt haben und wie lange Ihr Vertrag schon läuft.

Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, teilt die Bausparkasse Ihnen Ihren Vertrag offiziell zu. Nun können Sie über das Bausparguthaben verfügen und das zinsgünstige Bauspardarlehen in Anspruch nehmen, um Ihr Wohnprojekt zu finanzieren.

Darlehensphase

Nehmen Sie die Darlehenssumme in Anspruch, beginnt die Darlehensphase. Dabei profitieren Sie von dem bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Darlehenszins und einer stabilen Tilgung. Durch regelmäßige Tilgungsbeiträge wird das Baudarlehen schrittweise zurückgezahlt. Diese Planbarkeit ist einer der großen Vorteile eines Bausparvertrags.

Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, teilt die Bausparkasse Ihnen Ihren Vertrag offiziell zu. Nun können Sie über das Bausparguthaben verfügen und das zinsgünstige Bauspardarlehen in Anspruch nehmen, um Ihr Wohnprojekt zu finanzieren.

Wann ist ein Bausparvertrag sinnvoll?

Ein Bausparvertrag eignet sich besonders, wenn Sie:

  • in Zukunft ein Haus oder eine Wohnung kaufen, bauen oder modernisieren möchten
  • sich frühzeitig niedrige Zinsen für ein künftiges Darlehen sichern wollen
  • langfristig Eigenkapital aufbauen möchten
  • von staatlichen Förderungen profitieren möchten
  • Wert auf Planungssicherheit und feste Bauspartarife legen

Wann ist ein Bausparvertrag sinnvoll?

Als Bausparer können Sie von verschiedenen staatlichen Förderungen profitieren (Stand: 2025):

FörderungFörderungsbetrag
Wohnungsbauprämie: Wird bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze auf eigene Sparleistungen gewährt (35.000 € pro Jahr für Alleinstehende und 70.000 € für Ehe/Lebenspartner)bis 70 € pro Jahr für Alleinstehende
bis 140 € pro Jahr für eingetragene Lebenspartner und Ehepartner
Arbeitnehmersparzulage: Für vermögenswirksame Leistungen, die vom Arbeitnehmer auf den Bausparvertrag eingezahlt werdenbis 43 € pro Jahr für Alleinstehende
bis 86 € pro Jahr für eingetragene Lebenspartner und Ehepartner
Riester-Förderung (Wohn-Riester): Ermöglicht zusätzliche Zulagen und Steuervorteile, wenn das Bauspardarlehen zur Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie verwendet wird175 € als Grundzulage pro Jahr für Alleinstehende
350 € als Grundzulage pro Jahr für eingetragene Lebenspartner und Ehepartner

Vor- und Nachteile eines Bausparvertrags

Wie bei jeder Geldanlage hat auch der Bausparvertrag seine Vor- und Nachteile. Damit Sie besser einschätzen können, ob sich ein Abschluss für Sie lohnt, finden Sie hier einen Überblick:

L
Vorteile

  • Planungssicherheit: Feste Zinsen und klare Vertragsbedingungen von Beginn an
  • Fördermöglichkeiten: Anspruch auf verschiedene staatliche Förderungen
  • Günstiges Darlehen: Attraktive Konditionen für das Bauspardarlehen auch bei steigenden Marktzinsen
  • Flexibilität: Nachträgliche Anpassung des Regelsparbeitrags oft möglich
  • Langfristige Strategie: Kombination aus Sparen und Finanzieren
K

Nachteile

  • Niedrige Guthabenzinsen: In der Sparphase ist die Verzinsung oft gering
  • Abschlussgebühr: Bei Vertragsabschluss fällt meist eine einmalige Abschlussgebühr von 1–1,6 % der Bausparsumme an
  • Lange Laufzeit: Es dauert oft mehrere Jahre, bis der Vertrag zuteilungsreif ist
  • Bindung an Bausparkasse: Konditionen sind an den gewählten Bauspartarif gebunden

Häufige Fragen zum Bausparvertrag (FAQ)

Auf Ihre Fragen zum Bausparvertrag und zum Bausparen erhalten Sie hier die Antworten.

Welche Bausparsumme ist sinnvoll?

Die Bausparsumme sollte sich an Ihrem geplanten Vorhaben orientieren. Für kleinere Modernisierungen reicht oft eine Summe von 20.000–50.000 €, während für den Hausbau oder -kauf häufig deutlich höhere Summen nötig sind. Die Höhe der Bausparsumme hängt auch von weiteren Aspekten wie z. B. der Vertragslaufzeit oder den Vertragskonditionen ab. Ihre Bausparkasse hilft Ihnen, die passende Höhe zu berechnen.

Was passiert mit einem Bausparvertrag nach sieben Jahren?

Nach sieben Jahren ist ein Bausparvertrag in vielen Fällen zuteilungsreif, sofern Sie regelmäßig eingezahlt haben. Allerdings kann diese Sparphase jedoch auch bis zu zehn Jahren dauern.

Wer kann einen Bausparvertrag abschließen?

Grundsätzlich kann jede Person ab 16 Jahren einen Bausparvertrag abschließen. Minderjährige dürfen dabei über ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten Bausparer werden.

Was zahlt der Arbeitgeber beim Bausparvertrag?

Viele Arbeitgeber unterstützen den Bausparer durch vermögenswirksame Leistungen. Diese Sparleistungen können mit der Arbeitnehmersparzulage kombiniert werden – so erhöht sich Ihr Bausparguthaben zusätzlich.
Fazit: Lohnt sich ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist eine solide Möglichkeit, Schritt für Schritt Eigenkapital aufzubauen und sich langfristig günstige Finanzierungskonditionen zu sichern. Besonders in Zeiten schwankender Zinsen bietet das Bausparen Stabilität und Planbarkeit. Wenn Sie frühzeitig mit dem Sparen beginnen und mögliche Förderungen nutzen, kann der Bausparvertrag ein wichtiger Baustein auf dem Weg ins eigene Zuhause sein.

Mit einem soliden Bausparvertrag schaffen Sie die finanzielle Grundlage für Ihr Eigenheim – und mit dem richtigen Bauträger wird Ihr Wohntraum Wirklichkeit. Wir beraten Sie umfassend und kostenlos bei der Auswahl eines passenden Bauträgers oder Bauunternehmens, damit Ihr Weg von der Finanzierung bis zum fertigen Zuhause reibungslos verläuft.

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