Mögliche Zuschüsse und Förderung für den Hausbau

Kurz zusammengefasst:

  • Staatliche Förderungs­möglichkeiten über Institutionen wie die KfW oder das BAFA können Bauherren durch Zuschüsse und zinsgünstige Kredite spürbar entlasten.
  • Öffentliche Träger wie z. B. Bundesländer, Kommunen und Kirchen bieten Bauwilligen ebenfalls vielseitige Fördermöglichkeiten.
  • Die Förderhöhe ist häufig von verschie­denen Faktoren abhängig – dazu gehören Einkommen, Familien­stand, Anzahl der Kinder, die Art des Förder­programms und die Maßnahme (Bau, Sanierung, Modernisierung).

Ein Leben in den eigenen vier Wänden ist für viele ein großes Lebensziel. Doch steigende Baukosten, hohe Zinsen und energetische Richtlinien können die Realisierung des Eigenheims erschweren. Umso wichtiger ist es, sich über die Vielzahl an staatlichen und privaten Förderprogrammen zu informieren, die Sie als Bauherren finanziell entlasten können. Denn wer seine Fördermittel kennt, kann beim Hausbau tausende Euro sparen.

Welche Förderungen gibt es beim Hausbau?

Die Wohnraumförderung in Deutschland ist vielseitig und richtet sich oft nach Einkommen, Haushaltsgröße, Energieeffizienz und Art der Immobilie. Bauherren stehen Programme zur Verfügung, um Neubau, Modernisierung oder energieeffiziente Maßnahmen zu finanzieren

  • Bundesweite Programme:
    • KfW-Förderung
    • BAFA-Zuschüsse
    • Wohn-Riester-Förderung
    • Arbeitnehmersparzulage
    • Wohnungsbauprämie
  • Private oder institutionelle Förderungen:
    • Arbeitgeberdarlehen
    • Zuschüsse durch Bundesländer, Kommunen oder Kirchen

Bundesweite Förderprogramme

Bundesweite Förderprogramme bilden das Herzstück der staatlichen Unterstützung für Bauherren. Sie bieten zinsgünstige Darlehen, Zuschüsse und steuerliche Vorteile, um den Hausbau in ganz Deutschland zu fördern.

KfW-Förderung beim Hausbau

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die zentrale Anlaufstelle für Eigentumsförderung in Deutschland. Sie bietet vorteilhafte Konditionen für Bauherren und Eigentümer von Wohnungen, die auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setzen.

Zielgruppe:
Private Bauherren, Familien, Käufer von Neubauten oder Effizienzhäusern

Förderhöhe:
Die Höhe der Förderung hängt vom jeweiligen Programm und der Art der Maßnahme ab. Grundsätzlich unterscheidet die KfW zwischen:

  • Zuschüssen: nicht rückzahlbare Fördergelder für besonders nachhaltige Bau- oder Sanierungsvorhaben
  • Krediten: zinsgünstige Darlehen mit attraktiven Laufzeiten und Tilgungszuschüssen

So kann ein Kredit z. B. im Zuges des Programms KfW 297/298 „Klimafreundlicher Neubau“ bis zu 150.000 € je Wohneinheit betragen oder sogar bis zu 270.000 €, wie etwa im Programm KfW 300 „Wohneigentum für Familien“.

Voraussetzungen:

  • Neubau oder Erwerb eines KfW-Effizienzhauses
  • Einhaltung der Energieeffizienz-Richtlinien
  • Selbstnutzung der Immobilie

Vorteile:

  • Besonders niedrige Zinsen und lange Laufzeiten
  • Kombination mit anderen Fördermitteln (z. B. BAFA) möglich
  • Hohe Zuschüsse bei nachhaltiger Bauweise

BAFA-Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt Zuschüsse für den Einsatz erneuerbarer Energien und energieeffiziente Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebereich.

Zielgruppe:
Bauherren und Eigentümer, die Heizsysteme modernisieren oder erneuerbare Energien nutzen möchten

Förderhöhe:
Je nach Maßnahme und Effizienzgrad variiert die Förderhöhe: z. B. 15 % der Kosten bei Maßnahmen zur Dämmung von Fassaden oder Fenstern, 50 % zur Emissionsreduzierung durch Heizung.

Voraussetzungen:

  • Installation förderfähiger Technik (z. B. Wärmepumpe, Solarthermie)
  • Einbau durch Fachbetrieb
  • Gebäude ist älter als 5 Jahre
  • Antragstellung vor Maßnahmenbeginn

Vorteile:

  • Direkte Zuschüsse ohne Rückzahlung statt Darlehen
  • Reduzierte Investitionskosten
  • Kombination mit KfW-Förderung möglich
Wichtiger Hinweis: Familien profitieren in besonderem Maße von staatlichen Zuschüssen beim Hausbau. Beispiele für diese Förderungen sind etwa das KfW-Programm 300 „Wohneigentum für Familien“ oder BAFA-Zuschüsse zur Förderung energieeffizienter Familienhäuser.

Staatliche Förderung mit Wohn-Riester

Mit Wohn-Riester unterstützt der Staat den Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum durch Zulagen und steuerliche Vergünstigungen. Dazu wird ein sogenannter Riester-Vertrag abgeschlossen, in den Sie mindestens 4 % Ihres Bruttojahreseinkommens aus dem Vorjahr einzahlen.

Zielgruppe:
Arbeitnehmer und Familien mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen, die ihre Immobilie selbst bewohnen

Förderhöhe:

Als Grundzulage erhalten Alleinstehende 175 € pro Jahr und Verheiratete 350 € pro Jahr.
Pro Kind ist auch eine Kinderzulage von 300 € pro Jahr möglich – dies gilt allerdings nur für Kinder, die nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurden.

Voraussetzungen:

  • Eigenheim wird selbst genutzt
  • Bausparvertrag bei zertifiziertem Anbieter (z. B. Bausparkasse)
  • Regelmäßige Eigenbeiträge in den Riester-Vertrag

Vorteile:

  • Staatliche Zuschüsse und Steuervorteile
  • Förderung von Neubau und Kauf möglich
  • Erspartes als Schonvermögen bei Arbeitslosigkeit oder Insolvenz

 

Arbeitnehmersparzulage

Die Arbeitnehmersparzulage ist ein staatlicher Zuschuss auf vermögenswirksame Leistungen. Bei vermögenswirksamen Leistungen handelt es sich um Einzahlungen des Arbeitgebers, die in eine Sparmaßnahme oder -anlage des jeweiligen Arbeitnehmers fließen, um Kapital für den Hausbau oder die Modernisierung aufbauen zu können.

Zielgruppe:
Arbeitnehmer mit geringem bis mittlerem Einkommen

Förderhöhe:

Die Förderhöhe wird durch die Art der Sparform bestimmt: Bei Bausparverträgen beträgt sie 9 % der Sparleistung und beim Fondssparen 20 %.

Voraussetzungen:

  • Anlage von vermögenswirksamen Leistungen in z. B. einen Bausparvertrag
  • Einhaltung der Einkommensgrenzen: 40.000 € für Alleinstehende, 80.000 € für Verheiratete pro Jahr
  • Mindestsparzeit von 7 Jahren

Vorteile:

  • Staatlicher Zuschuss auf private Sparleistungen
  • Aufbau von Eigenkapital für zukünftige Bauvorhaben
  • Zusätzliche Förderung mit Wohnungsbauprämie möglich

 

Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Unterstützung für alle, die regelmäßig in einen Bausparvertrag einzahlen, um später ein Eigenheim zu finanzieren.

Zielgruppe:
Privatpersonen, die Wohneigentum erwerben oder modernisieren möchten

Förderhöhe:

Bei der Wohnungsbauprämie beträgt die Förderhöhe 10 % auf jährliche Einzahlungen mit einer Betragsgrenze von bis zu 70 € für Ledige und 140 €  für Verheiratete.

Voraussetzungen:

  • Verwendung der Bausparsumme für wohnwirtschaftliche Zwecke (z. B. Neubau, Modernisierung)
  • Einkommen unter 35.000 € (Ledige) und 70.000 € (Verheiratete)
  • Mindesteinzahlung über 7 Jahre

Vorteile:

  • Staatlicher Zuschuss für langfristiges Sparen
  • Förderung der Eigenheimfinanzierung
  • Ergänzend zur Arbeitnehmersparzulage möglich

Private und institutionelle Förderprogramme

Neben staatlichen Förderungen bieten auch institutionelle und private Träger Förderprogramme in Form von Zuschüssen oder Darlehen für Bauwillige und Antragsteller.

Arbeitgeberdarlehen

Ein Arbeitgeberdarlehen ist ein zinsgünstiges oder sogar zinsfreies Darlehen, das vom Arbeitgeber zur finanziellen Unterstützung des Hausbaus oder -kaufs gewährt wird. Es bietet den Vorteil, dass Bauherren von niedrigen oder gar keinen Zinsen profitieren und die Rückzahlung meist flexibel gestaltet werden kann. Voraussetzung ist ein schriftlicher Darlehensvertrag mit klaren Regelungen zur Rückzahlung – insbesondere für den Fall eines Arbeitsplatzwechsels. Zu beachten ist jedoch, dass steuerliche Auswirkungen entstehen können, wenn der vereinbarte Zinssatz deutlich unter dem marktüblichen Niveau liegt.

Zuschüsse durch Bundesland, Kommune und Kirche

Weitere Fördermöglichkeiten sind über folgende Träger möglich:
 

  • Bundesland:
  • Jedes Bundesland bietet eigene Programme zur Wohnraum- und Eigentumsförderung an – zumeist in Form von zinsgünstigen Darlehen, Zuschüssen oder Bürgschaften. Weitere Informationen zu den Förderungen des jeweiligen Bundeslandes können Sie online in der Förderdatenbank des Bundes einholen.

  • Kommune:
  • Viele Kommunen unterstützen Familien mit Zuschüssen, vergünstigten Grundstücken oder Kinderboni, um Wohnraum zu schaffen und den Zuzug junger Familien zu fördern. Die Programme unterscheiden sich je nach Stadt oder Gemeinde, orientieren sich aber meist an Kriterien wie Haushaltseinkommen, Kinderzahl und Selbstnutzung der Immobilie.

  • Kirche:
  • Kirchliche Stiftungen oder Diözesen vergeben in Einzelfällen Zuschüsse oder vergünstigte Grundstücke, insbesondere an junge Familien oder kirchlich engagierte Haushalte. Ziel ist, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und kirchliche Gemeinden zu stärken. Weitere Informationen zu kirchlichen Förderungen können Sie online auf der Website “Aktion pro Eigenheim” oder bei regionalen kirchlichen Anlaufstellen vor Ort erhalten.

Förderungen beim Hausbau im Überblick

Hier noch einmal die wichtigsten Förderungsmöglichkeiten im Überblick (Stand: 2025):

FörderungTräger / InstitutionArt der FörderungFörderhöhe Zielgruppe
KfWKfW-BankZinsgünstiges Darlehen und/oder ZuschussAbhängig von Programm und MaßnahmePrivate Bauherren, Bauwillige von Neubauten oder Effizienzhäusern
BAFABundesamtZuschussZwischen 15 und 50 % der Investition (abhängig von Maßnahme)Bauherren und Eigentümer, die energieeffiziente Maßnahmen planen
Wohn-RiesterStaatZulagen + SteuerersparnisBis 175 € (Ledig) pro Monat / bis 350 € (Verheiratet) pro Monat + KinderzulageArbeitnehmer und Familien mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen
ArbeitnehmersparzulageStaatZuschuss auf VL9 % Sparleistung (bei Bausparvertrag)Sparer mit geringem bis mittlerem Einkommen
WohnungsbauprämieStaatZuschuss10 % auf 700 € (Ledig) / 1.400 € (Verheiratet)Bausparer
ArbeitgeberdarlehenArbeitgeberDarlehenindividuellArbeitnehmer
LandesförderungLänderZuschuss oder DarlehenindividuellFamilien, Erstkäufer
Kommunale FörderungStadt / GemeindeZuschuss oder VergünstigungenindividuellFamilien
Kirchliche FörderungKircheZuschuss oder DarlehenindividuellKirchlich Engagierte, Familien

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